kachelcross - sortieren / Nachklapp

2022-02-02

Fünf Teams des dritten Semesters Industrial Design bekamen kurz vor Weihnachten die gleiche Aufgabenstellung: „Entwurf eines automatisierten Sortierkonzepts und Verpackung für Tischtennisbälle“ – die Lösungen waren ganz unterschiedlich und die Präsentationen wie immer ein Erlebnis - diesmal als hybrides Format vorgestellt am 14.1.2022.

Die Teams und ihre Lösungen
Everything works until it doesn’t steht noch auf der Tür des Seminarraums, der für die Kachelcross-Entwicklungsphase zur Werkstatt umfunktioniert wurde. Das passte erfreulicherweise gar nicht zum Projekt und der Maschine von intens, die sich in den Raum zum Arbeiten zurückgezogen hatte. Stattdessen war das Team mit ihrer Lösung die schnellste im Feld, die zusätzlich mit 100%iger Präzision die Bälle sortierte – und damit den Preis für Transportgeschwindigkeit sicher hatte. Auch in der Kategorie Sortierkonzept überzeugte sie die Jury: sich drehende Holzstäbe, die über ihren größer werdenden Abstand die zerdrückten Bälle aussortierte und die schwarzen Bälle mittels optischem Sensor ins Abseits schob. Rrrrr - klack, plopp - Roll- schepper-dreh-klick – an die richtige Stelle sortiert – es klang wie eine motorisierte Bowlingbahn mit Treffergarantie und war in der Gleichförmigkeit und dem Zusammenspiel der beteiligten Komponenten fast beruhigend zu hören: ein weiterer Siegpunkt für technische Effizienz. Mehr zu Intens und ihrem Produkt topspin

Im Nachbarraum traf Prof. Gert Trauernicht, Initiator des kachelcross seit fast 20 Jahren, auf die Gruppe zball, die die Bälle zunächst händisch unterstützten musste und für die ein Zufall den Ausschlag für die Entwicklung der Sortierung gab: die schwarzen Bälle waren auf der schwarzen Bahn „unsichtbar und der Sensor schlug nicht aus“. Dies behielten sie bei und leiteten fortan alle weißen Bälle auf eine Nachbarroute in ihrer Maschine. Für ihre geringen und nachhaltigen Materialeinsatz gewannen sie die Kategorie Ökonomie des Projektes. Mehr zum Team zball und ihrer Idee

Ballity Controll hatte den größten Unterhaltungswert mit ihren unterschiedlichen Stationen, in den die Bälle fast tänzerisch im Kreis und über Bahnen rollten, um danach mit sanftem Drehen weitergeleitet zu werden. Die abschliessende Verpackung in einzelne Röhren gelang durch ein Karussell mit Hütchen drauf. Viele Bälle gelangten an die richtige Stelle, ein bisschen Ausschuss musste sie aber hinnehmen. Mehr zum Team Ballity Controll
Mit im Raum war die Gruppe Dyvo , die mit einer klugen Lift-Idee die Vereinzelung der Bälle startete; leider knubbelten sie sich am Ende der Bahn trotzdem, weshalb die anschliessende Sortierung ins Stocken geriet und nur ein kleiner Teil der Bälle den Weg in Richtung Verpackung fand. Aber das Engagement und der Ideenreichtum war der Jury den kurzerhand eingeführten Preis der Herzen wert. Team Dyvo

Sieger: AIM
Gewonnen hat die Gruppe, die den Wettbewerb eröffnet hat: AIM mit ihrer eingeständig programmierten Künstlichen Intelligenz, die mit stoischer Langsamkeit die Bälle untersuchte und in einem Wunderkasten namens KIRA versteckt war. Absolut präzise sortierte Bälle, verständliches UX-Design und am Ende sogar verschlossene Verpackungen, überzeugte sowohl die Jury als auch das Publikum: AIM holte den Gesamtsieg. Vorher hatte das Team schon die Kategorien Genialität und Innovation, Corporate Design (für den visuellen Gesamtauftritt vom Logo bis zum Teamoutfit) und Design des Entwurfs im Lookslike abgesahnt. Team AIM

Danke an die Studierenden und ZuschauerInnen
Gedruckt, gesägt, geschliffen, gestritten, geplant, gedacht, Renderings erstellt, Präsentationen gemacht, 3D-Drucke vorbereitet, Kabel gelötet, geflucht, gejauchzt, das ein oder andere Material vernichtet, stapelweise Pizzakartons und leere Pfandflaschen, die für eine Monatsmiete reichen. Und am Ende: ein Knaller-Kachelcross mit Ergebnissen zum Niederknien!
Vielen Dank an alle Teams für die großartigen workslikes, die informativen Präsentationen und die super Show, wir haben euch die viele Arbeit angesehen und danken für die imponierenden Ergebnisse - ganz großes Kino! Und Danke an die hunderte ZuschauerInnen, die per Zoom zugeschaltet haben – nächstes Jahr im Januar gibt es das nächste kachelcross :-)

*Abb. Siegerteam AIM mit ihrer Maschine im Hintergrund


Der Artikel zum kachelcross in der WZ:
https://www.wz.de/nrw/wuppertal/stadtteile/elberfeld/wuppertal-studenten-entwickeln-system-zum-aussortieren-von-baellen_aid-65326567