Zwei Beiträge unseres Studiengangs auf der NordDesign 2026 in Tampere

11.08.26

Die NordDesign zählt zu den renommiertesten Konferenzen im Bereich Designforschung und -methodik und bringt vom 11. bis 14. August 2026 in Tampere, Finnland, wieder Forscher:innen aus aller Welt zusammen. Unser Studiengang ist mit zwei spannenden Beiträgen vertreten.

Wie gestaltet man Virtual-Reality-Erlebnisse verantwortungsvoll?
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Eva Licht präsentierte den gemeinsam mit Prof. Fabian Hemmert verfassten Beitrag "Life Goes On: Designing the Digital Periphery of Immersive Experiences". Darin stellen die beiden ein neues Konzept vor: die sogenannte „digitale Peripherie". Gemeint ist der Bereich, in dem sich eine immersive VR- oder AR-Erfahrung mit der realen, physischen Umgebung überschneidet – denn auch wer eine VR-Brille trägt, bleibt ja mitten im Wohnzimmer, in der Bahn oder im Büro. Das kann zu ungeahnten Konflikten führen: Was, wenn Mitbewohner:innen gestört werden? Was, wenn Nutzer:innen sich unbeobachtet fühlen, es aber nicht sind? Die Autor:innen haben dafür eine neue Design-Methode entwickelt, mit der solche Spannungsfelder schon ganz am Anfang eines Gestaltungsprozesses sichtbar gemacht werden können – bevor überhaupt eine konkrete Lösung entsteht. So können Designteams ethische Fragen frühzeitig gemeinsam diskutieren, statt sie erst nachträglich zu bemerken.

Gemeinsame Momente über Distanz erleben
Im zweiten Beitrag, "Can You Hear Me? Designing Objects for Shared Moments Over a Distance", stellte Yuliya Sobol die gemeinsam mit Eva Licht, Prof. Fabian Hemmert, Bent Pollack, Paula Herff und Ava Hansmann entwickelten Überlegungen zu sogenannten „dritten Orten" vor – öffentlichen Treffpunkten, die weder Zuhause noch Arbeitsplatz sind, aber wichtig für soziale Kontakte und Wohlbefinden sind. Nicht alle Menschen haben gleich guten Zugang zu solchen Orten: Ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Menschen, die unter Einsamkeit leiden, fällt die Teilnahme am öffentlichen Leben oft schwer. Digitale Alternativen gibt es zwar bereits, sie berücksichtigen aber selten die Bedürfnisse älterer Nutzer:innen. Das Team hat deshalb spekulative Designobjekte entwickelt, die zeigen, wie sich – ganz ohne physischen Ort – ein Gefühl von Nähe und Gemeinsamkeit über Distanz herstellen lässt.

Wir gratulieren dem gesamten Team herzlich zu dieser internationalen Sichtbarkeit!

Illustration: Eva Licht